Den Verlegerverbänden scheint es dabei vor allem um die sog. „Snippets“ - also den Ausschnitt einer Webseite, den Google, unter dem entsprechenden Link, auf der Ergebnisseite anzeigt – zu gehen. Sie fordern eine Beteiligung an den dadurch erzielten Werbeeinnahmen von Google. Ciao ist mit einem ihrer Verträge mit Google unzufrieden und Euro-Cities – seines Zeichens ein Anbieter von Online-Kartenmaterial – stört sich daran, dass „GoogleMaps“ Kartenmaterial gratis zur Verfügung stellt.
Nach dem ersten Lesen der Meldung habe ich gedacht, dass ich irgendwo einen Absatz übersehen haben muss. Das konnte ja nicht die ganze Meldung sein. Wo war der Teil in dem die Redaktion diesen ganzen Blödsinn relativiert? Nirgends.
Für mich klingt das so:
- Die Zeitungsverleger wollen nicht, dass Google Teile von (Zitat) "aufwendig hergestellten Qualitätsinhalten" auf der Ergebnisseite einer Suche darstellt. Sie wollen also nicht nur durch die Werbung auf ihren Webseiten profitieren (auf die der User natürlich völlig selbstständig und unter gar keinen Umständen durch die Benutzung einer Suchmaschine gelangt), sondern sie wollen auch noch zusätzlich von einer Suchmaschine Geld bekommen, die ihren Content in minimalster Form, meist unvollständig, wiedergibt.
Glücklicherweise habe ich für dieses Problem eine Lösung parat, sollte das Bundeskartellamt nicht helfen können:
Liebe Verlage, verbietet dem Googlebot doch einfach Eure Webseiten zu spidern. Ein einfacher Eintrag in der robots.txt wirkt Wunder. Und damit wird Google nicht nur aufhören Euren hochqualitativen Content auszugsweise anzuzeigen, nein, auch Eure hochqualitativen Überschriften werden zukünftig nicht mehr auf Google-Ergebnisseiten auftauchen. Ha! Dann habt ihr's Google aber gezeigt!
- Ciao.de ist jetzt mit einem Vertrag unzufrieden, den sie zu einer Zeit geschlossen haben, bevor sie von Microsoft gekauft wurden. Da erübrigt sich ja eigentlich jeder weitere Kommentar. Ein Schelm wer böses denkt. Microsoft will anscheinend auch einmal austeilen.
- Eine Firma deren Geschäftsmodell offensichtlich mit der Lizenzierung von Kartenmaterial funktioniert, beschwert sich über Google, da der Dienst „GoogleMaps“ Karten gratis anbietet. Zu diesem Punkt stellen sich mir spontan zwei Fragen:
- Woher hat Google das Kartenmaterial, wenn nicht von einem oder mehreren Unternehmen , mit einem ähnlichen Geschäftsmodell wie Euro-Cities?
Antwort:
Tatsächlich lizensiert Google das Kartenmaterial anscheinend von Drittanbietern. Nähere Infos dazu liefert GoogleMaps in der unteren rechten Ecke des betrachteten Kartenausschnitts:

Das klingt eher als würden die sich darüber beschweren, dass Google nicht bei ihnen gekauft hat :)
- Seit wann ist es verboten bestimmte Dinge zu verschenken und für andere Geld zu nehmen?
Es ist ja nicht so, dass die Idee Content (wie z.B. Karten) gratis anzubieten, aber Werbefläche auf der Seite, die den Content anzeigt, zu vermieten, nun so besonders neu ist. Suchmaschinen im Allgemeinen verfahren mit ihren Ergebnisseiten in ähnlicher Weise, genau wie jeder Blogger, der Werbeplatz auf seinem Blog vermietet. Warum hat die noch niemand verklagt, dass sie einfach so Content erstellen ohne sich dafür bezahlen zu lassen?
Antwort: ?

1 Kommentare:
Die Idee mit den Googlebot kam mir auch schonmal. Sollen sie doch mal sehen wieviele Besucher sie noch haben, wenn Google sie nicht mehr indexiert. Im Gegenzug könnte Google ja für jeden Besucher eine Rechnung stellen.
Ich finde das tatsächlich ziemlich doof. Ich glaube diesen Leute - gerade in der Verlagsbranche - fehlt einiges an technischem Sachverstand und das Hintergrundwissen über die Mechanismen des Internets. Ich kann ja gern mal eine Schulung abhalten. Wir finden bestimmt auch noch bessere Wege ihre Website zu monetarisieren! Go: http://www.meshed.de
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